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Summer of TYPO3

Dieses Jahr war für mich ein ziemlich intensiver TYPO3-Sommer. Zwei Veranstaltungen standen dabei besonders im Kalender: die TYPO3 Developer Days Anfang August und im September das TYPO3camp München. Zwei unterschiedliche Formate, zwei unterschiedliche Atmosphären – und trotzdem mit einem gemeinsamen Thema, das sich durch erstaunlich viele Gespräche und Sessions gezogen hat: Künstliche Intelligenz und die Frage, wie sie TYPO3 und unsere tägliche Arbeit verändern wird.

Ich war bei beiden Events als Teilnehmer dabei, bei den Developer Days aber auch wieder als Speaker. Genau diese Kombination hat den Sommer für mich besonders spannend gemacht.

Developer Days: drei Tage TYPO3, Technik und jede Menge KI

Vom 6. bis 8. August traf sich die TYPO3-Community bei den Developer Days. Schon ein Blick ins Programm hat gezeigt, wohin sich die Diskussion aktuell bewegt: AI Agents, AI Search, KI-gestützte Entwicklung, lokale Modelle, AI Search, RAG und die Frage, wie TYPO3-Inhalte für KI-Systeme nutzbar und auffindbar werden.

Besonders interessant fand ich, dass KI dabei nicht als isoliertes Trendthema behandelt wurde. Stattdessen ging es immer wieder um ganz konkrete Anwendungen und technische Fragen: Wie integrieren wir KI sinnvoll in bestehende Systeme? Was passiert mit unseren Daten? Welche Modelle können wir lokal betreiben? Und wie lässt sich KI so einsetzen, dass sie tatsächlich einen Mehrwert für Redaktionen, Entwickler und Nutzer bietet?

Das zeigte sich bereits am ersten Tag mit Sessions wie „Run Multiple AI Agents with DDEV and Git Worktree“. Am zweiten Tag folgten unter anderem „Invisible to AI? Making TYPO3 Sites Quotable by AI Search Systems“, „Before You Let AI Touch Your Code“ und „From Search Box to Semantic Brain: Building AI-Native Search in TYPO3“. Am dritten Tag ging es dann beispielsweise darum, wie Inhalte aus TYPO3 in KI-Systeme gelangen können.

KI war damit nicht einfach ein Programmpunkt unter vielen – sie war ein Thema, das an ganz unterschiedlichen Stellen der TYPO3-Welt auftauchte.

AI Search, RAG und KI-fähige Inhalte

Ein weiterer Schwerpunkt der Developer Days lag auf der Verbindung von TYPO3-Inhalten und KI-Suchsystemen.

Der Vortrag „From Search Box to Semantic Brain“ zeigte beispielsweise, wie aus klassischen TYPO3-Inhalten mithilfe von Embeddings, semantischer Suche und RAG eine Wissensbasis entstehen kann. Dabei geht es nicht mehr nur darum, ob ein bestimmtes Keyword in einem Datensatz vorkommt. Inhalte können semantisch erschlossen und anschließend für KI-gestützte Antworten verwendet werden. Auch lokale KI-Modelle und datenschutzorientierte Szenarien wurden dabei betrachtet.

Parallel dazu beschäftigte sich „Invisible to AI?“ mit einer Frage, die für Website-Betreiber immer relevanter wird: Wie müssen TYPO3-Websites aufbereitet sein, damit Inhalte von KI-basierten Such- und Antwortsystemen gefunden, verstanden und zitiert werden können?

Das ist für mich eine logische Weiterentwicklung des klassischen SEO-Gedankens. Sichtbarkeit bedeutet längst nicht mehr ausschließlich, bei Google möglichst weit oben zu erscheinen. Inhalte müssen zunehmend auch für Systeme verständlich strukturiert sein, die daraus eigene Antworten generieren.

Campfire: KI wird zur Community-Diskussion

Neu bei den Developer Days war in diesem Jahr außerdem das Campfire-Format. In kleineren, informellen Runden konnten Teilnehmer eigene Themen einbringen, diskutieren und Erfahrungen austauschen. Auch hier spielte KI eine große Rolle.

Auf dem Programm standen unter anderem „AI skills for TYPO3 and the community“, „#cig-ai-agent-skills“, „SEO and GEO with schema.org“, ein „AI Proxy for TYPO3“, „TYPO3 DEV MCP“, ein DDEV-Claude-Sandbox-Workshop und die Diskussion „How much AI in CMS?!“.

Gerade dieses Format fand ich spannend, weil es weniger um fertige Lösungen und mehr um den offenen Austausch ging. Viele Fragen rund um KI sind schließlich noch längst nicht abschließend beantwortet. Was heute als Experiment beginnt, kann morgen schon Bestandteil eines TYPO3-Projekts sein.

Weiter ging es nach München

Rund einen Monat später ging es für mich weiter zum TYPO3camp München. Vom 12. bis 13. September stand dort – ganz im Barcamp-Stil – vor allem der Austausch innerhalb der Community im Mittelpunkt. Die Sessions werden gemeinsam geplant, Wissen wird geteilt, Erfahrungen werden ausgetauscht und Themen entstehen teilweise direkt vor Ort.

Und auch in München war schnell klar: An KI kommt man im TYPO3-Umfeld aktuell kaum vorbei.

Schon am Samstag ging es um „Unsichtbar für KI? TYPO3-Websites für KI-Suchsysteme zitierfähig machen“. Danach standen unter anderem RAG mit TYPO3, „TYPO3 ♡ Ai(M)“, MCP und weitere Themen rund um KI und moderne Entwicklung auf dem Sessionplan.

Am Sonntag ging es weiter mit „OpenSpec / Effizient Features mit KI bauen“, „GEO und SEO mit Schema.org“, einem Chat-Assistenten auf MCP-Basis im TYPO3-Backend und erneut „TYPO3 ♡ Ai(M)“.

Was ich dabei besonders spannend fand: Die Themen aus den Developer Days tauchten in München in anderer Form wieder auf. KI war nicht einfach ein Hype-Thema einer einzelnen Konferenz, sondern offenbar ein echtes Community-Thema, das Entwickler, Agenturen und TYPO3-Anwender gleichermaßen beschäftigt.

Zwei Events, ein gemeinsamer Eindruck

Wenn ich die beiden Veranstaltungen zusammennehme, bleibt bei mir vor allem ein Eindruck hängen: TYPO3 und KI wachsen gerade sehr eng zusammen.

Dabei geht es um viel mehr als um einen KI-Button im Backend.

Es geht um intelligente Suche und RAG. Um GEO und die Auffindbarkeit von Inhalten in KI-Systemen. Um MCP und AI Agents. Um lokale Modelle und Datenschutz. Um KI-Unterstützung bei der Entwicklung. Um automatisierte Content-Prozesse. Und letztlich um die Frage, wie ein CMS in einer digitalen Welt funktioniert, in der immer häufiger nicht mehr eine klassische Suchmaschine, sondern ein KI-System zwischen Nutzer und Website steht.

Gleichzeitig hat sich für mich bei beiden Veranstaltungen wieder gezeigt, was TYPO3 als Community ausmacht: Die Technologie ist wichtig – aber mindestens genauso wichtig ist der persönliche Austausch. Viele Ideen entstehen nicht auf der Bühne, sondern in Gesprächen dazwischen, beim gemeinsamen Essen, beim Social Event oder einfach zwischen zwei Sessions.

Ein Sommer mit vielen Fragezeichen – und noch mehr Möglichkeiten

Mein „Summer of TYPO3“ war deshalb vor allem eines: ein Blick darauf, wie viel gerade in Bewegung ist.

TYPO3 entwickelt sich weiter. KI entwickelt sich weiter. Und die spannendsten Projekte entstehen vermutlich genau dort, wo beide Welten sinnvoll miteinander verbunden werden.

Für mich persönlich war es deshalb schön, diesen Sommer nicht nur als Teilnehmer mitzuerleben, sondern bei den Developer Days auch selbst wieder einen Teil zum Programm beitragen zu können.

Und wenn die Gespräche und Sessions aus diesen beiden Veranstaltungen eines gezeigt haben, dann das: Das Thema KI in TYPO3 wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen.

Ich bin gespannt, was wir beim nächsten TYPO3-Event bereits wieder diskutieren werden.

 

Bild “Frank Berger auf den Developer Days” ©Markus Luigs/TYPO3

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